Eindrücke vom Besuch der AREB in Dresden

Amateurfunktreffen und -flohmärkte sind in den letzten anderthalb Jahren aus bekannten Gründen leider etwas zu kurz gekommen. Die Amateurfunk-, Radio- und Elektronikbörse (AREB) in Dresden war jetzt eine der ersten Gelegenheiten mal wieder an einem solchen Treffen teilzunehmen. Ich war nicht der einzige Wolfsburger, der die 300 Km Anreise auf sich genommen hatte, vor Ort traf ich Jürgen, DF3OL und Holger, DK1FY.

Vom Fritter-Detektor über komplette Uralt-Radios, Ersatzteilen bis hin zur Pappumhüllung für die damals üblichen Anodenbatterien – auf der AREB hat man gute Chancen, Originalteile zu bekommen.

Mein erster Anlaufpunkt war der Stand der „Interessengemeinschaft Historische Fernmeldetechnik e. V.“ Dieser betreibt im Zentrum Dresdens sogar ein eigenes Museum, an dem ich am Vorabend zufällig vorbeigeschlendert war. Hier war es interessant zu erfahren, das es länderübergreifend noch einige dutzend Enthusiasten für mechanische Fernschreiber gibt, die zwar keine Funkamateure sind, sich jedoch mit ihren alten Lorenz LO-15- oder Siemens T100-Fernschreibern und selbstgebauten AFSK-Modems Verbindungen herstellen und zu Runden im Telefonnetz treffen.

Ältere Messgeräte und Komponenten aus dem Fernmeldebereich sind gutgehende Ware auf der AREB.
„Kein Anschluss unter dieser Nummer“ – seit Telefone ausschließlich über „Voice over Internet arbeiten“, kann diese alten „Fernsprecher“ kaum noch ein Mensch gebrauchen.

Ähnlich wie beim Flohmarkt in Garitz bei Dessau, findet man auf der AREB überwiegend Geräte und Teile aus der damaligen DDR. Westdeutsche Geräte bilden auf den Flohmarkttischen eine Minderheit. Die Preise für Geräte und die heissbegehrten Ersatzteile sind eher günstig, wie mir ein Besucher und Radiosammler an einem der Stände berichtete.

Fast vergessen hatte ich, das ich in meiner Jugendzeit mal ein altes Kofferradio geschenkt bekommen hatte, welches mit Röhren bestückt war. Diese speziellen Batterieröhren erkennt man anhand der Typenbezeichungen am Anfangsbuchstaben „D“. Sie werden mit einer Heizspannung von 1,4 Volt bei Stromaufnahmen von rund 50 mA betrieben. Diese Geräte wurden häufig mit einer Anodenbatterie mit einer zusätzlichen 1,5 Volt Heizbatterie versorgt.

Zwei Hallen voller solcher „Schätzchen“ – auf der AREB findet man überwiegend Radios und Zubehör aus der früheren DDR.
Für die Jüngeren unter uns: Solche Vorläufer von I-Pod und Smartphone nannte man „Kofferradios“. Sie waren in der Anfangszeit noch mit Röhren bestückt und brauchten viel Einbauplatz für die Batterien.

Ein Blick in das Kapitel „Frequenzbandbreite und Wellenausnutzung“ eines alten Lehrbuch der Hochfrequenztechnik von 1943 zeigt, wie trivial die damalige Technik doch noch war. Heute wird von Funkamateuren erwartet, das sie die Kanalkapaziät ihrer Digitalsignale in Abhängigkeit von Bandbreite und störenden Rauschanteilen abschätzen können. Die hierfür geltenden Gesetzmäßigkeiten wie das Abtast-Theorem von Shannon-Nyquist und die im Shannon-Hartley-Gesetz beschriebenen Zusammenhänge zwischen Bandbreite, Bitrate und Kanalrauschen in einem Übertragungskanal gab es in den 30er und 40er-Jahren noch nicht.

War schon in den 30er und 40er-Jahren des 20. Jahrhunderts ein Thema: Wieviel Platz braucht ein Rundfunksender auf dem Band?

Aber auch etwas Amateurfunk war auf der AREB vertreten. Aus ungarischer Produktion wurde u. a. eine ganze Serie mechanischer Morse-Geber feilgeboten. Und natürlich gab es auch moderne Kleinteile, Bauteile, Kabel und Stecker zu kaufen.

Zu erschwinglichen Preisen – feinste Gebemechaniken für CWisten.
Wer kennt noch den „Funkschau-Mini“, ein Einkanal 2 m-Funkgerät zum Eigenbau, das in den 70er-Jahren angesagt war?

Die Amateurfunk-, Radio- und Elektronikbörse in Dresden ist nicht sehr groß aber trotzdem ausgesprochen sehenswert. Ich freue mich schon auf die nächste Veranstaltung in 2023.

Vor den AREB-Flohmarkthallen auf dem Campus der TU-Dresden: Holger – DK1FY, Jürgen – DF3OL, Christian – DM7EE.

73,

Christian Hillmer
DM7EE

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