QO-100-Aktivitäten von DJ7GP im H24

 

Peter, DJ7GP, hat sich große Verdienste im OV H24 bei der Anleitung von OV-Mitgliedern erworben, QO-100, den ersten geostationären Amateurfunk-Satelliten, aktiv nutzen zu können.

QO-100 ist eine Amateurfunk-Nutzlast an Bord des vom Staat Qatar finanzierten und von der Mitsubishi Electric Corporation in Japan gebauten Fernmeldesatelliten Es’hailSat 2 und geht auf eine Kooperation der Es’hailSat Qatar Satellite Company, der katarischen Amateurfunkvereinigung Qatar Amateur Radio Society (QARS) und der deutschen Amateurfunksatelliten-Vereinigung Radio Amateur Satellite Corporation-Deutschland e.V. (AMSAT-DL e.V.) zurück. Der Start des Satelliten erfolgte mit einer Falcon 9 Rakete am 15. November 2018 vom Kennedy Space Center in Florida. Nach der Positionierung des Satelliten in geostationärer Entfernung über dem Äquator auf 26° Ost und der erfolgreichen Inbetriebnahme bekam die Amateurfunk-Nutzlast den Namen „Qatar-OSCAR 100“, bzw. QO-100. Die durch den begrenzten Treibstoffvorrat zur Korrektur der geostationären Position begrenzte Einsatzzeit des Satelliten wurde auf wenigstens 15 Jahre berechnet.

QO-100 besitzt zwei Transponder, einen Schmal- (500 kHz) und einen Weitbandtransponder (8 MHz) im S- und X-Band bzw. 13-cm- und 3-cm-Band für den Amateurfunkdienst über Satelliten. Für die Transponder werden die Betriebsarten CW, SSB, FT8 und Digitales Amateurfunk-Fernsehen (DATV) im DVB-S2 Standard vorgeschlagen.

Als aktives Mitglied der AMSAT-DL konzentrierte Peter sich darauf, Funkamateuren die Nutzung des Schmalband-Transponders des Satelliten möglichst zu erleichtern, indem für uplink (senden) im 13 cm Band und downlink (empfangen) im 3 cm Band nur eine gemeinsame Parabol-Antenne erforderlich ist.

 

Bereits kurz nach der Inbetriebnahme von QO-100 Ende 2018 wurde im OV der erste Workshop durchgeführt, in dem Peter eine preiswerte Empfangsmöglichkeit für die Signale des Satelliten auf Basis eines 80 cm Offset-Spiegels, eines LNB und eines USB-Stick-SDR erläuterte.

Er widmete sich dann der Entwicklung einer Speiseantenne für den Uplink auf dem 13 cm-Band, die zusammen mit einem handelsüblichen LNB im Brennpunkt des Spiegels betrieben wird. Da der QO-100 ein Signal mit rechts-drehender Zirkularpolarisation erwartet, muss von der Speiseantenne aufgrund der Spiegelung das gegenläufige Signal erzeugt werden.  Viele Experimente und Messungen im Wasserturm führten schließlich zu einer befriedigenden Sendeantenne, die direkt mit 50 Ohm-Koaxkabel angesteuert werden kann. Der LNB schaut durch eine kreisrunde Öffnung in der scheibenförmigen, zirkular polarisierten  (Patch-) Sendeantenne für 2,4 GHz und empfängt das 10 GHz-Signal in linearer Polarisation. Wegen der Fähigkeit dieser Antenne, sowohl den Up-Link als auch den Down-Link zu bedienen, wird sie als Duoband-Feed bezeichnet. Peter gab die Serienfertigung und den Verkauf dieses Duoband-Feeds an die mittelständische Firma BaMaTech ab, die für jedes verkaufte Exemplar 5 € an die AMSAT-DL spendet.

 

Diese Antenne wird u. a. auch an der QO-100 Station auf der „Polarstern“  eingesetzt. Die Firma BaMaTech hat inzwischen nahezu 1000 Stück dieses Duoband-Feed verkauft. Auch einige OV-Mitglieder benutzen diesen Duoband-Feed für ihre QO-100 Versuche.

In weiteren Workshops im Wasserturm wurden QO-100 Stationen bzw. Komponenten vermessen. Dabei wurde z.B. ein Transverter von 70 cm nach 13 cm in einer OV-Sammelbestellung von einem HF-Labor in Bulgarien beschafft und vermessen, dessen Signal mit einer Ausgangsleistung von etwa 1,5 Watt ausreichend ist, um vom Satelliten zurück gehört zu werden. Zum Ausgleich der Kabeldämpfung ist aber meist eine weitere Verstärkung des Sendesignals erforderlich.

Für die Ausrüstung der Clubstation DL0VW für den Betrieb über QO-100 hat Peter einen Yaesu FT-736 und einen Satz Module für den Up- und Downlink gespendet. Peter, DG5ACX hat diese Module anstelle der ausgebauten 23 cm- und 6 m Module in den FT-736 eingebaut. Eine separate 20 W-Endstufe gleicht die Kabelverluste aus. Damit sind jederzeit stabile Verbindungen über QO-100 möglich.

Um das Duoband-Feed vor der Witterung zu schützen, konstruierte Peter einen Kegel-förmigen Wetterschutz, der auf dem 3D-Drucker des OV, der sich inzwischen großer Beliebtheit erfreute, ausgedruckt werden kann.

 

 

Auch für ein neues Konzept von Duoband-Feeds  mit einer Helix-Antenne setzte sich der Einsatz eines 3D-Druckers durch. Da keine feinmechanischen Arbeiten mehr erforderlich sind, ist dieses Konzept für den Selbstbau  bestens geeignet.

Peter konstruierte alle für den Aufbau eines Duoband-Feed erforderlichen Teile, druckte diese mit dem OV-3D-Drucker in ausreichender Stückzahl für insgesamt 15 OV-Mitglieder aus und leitete die Teilnehmer in drei Bastelworkshops im Wasserturm bei dem Zusammenbau des Helix-Dualband-Feed an.

Der OV-Vorstand ist Peter, DJ7GP, zu großem Dank für diese vielfältigen Aktionen im Zusammenhang mit dem geostationären Satelliten QO-100 verpflichtet. Wir freuen uns auf weitere Aktionen von Peter, die für das OV-Leben immer sehr wertvoll sind.

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