Katastrophenschutz-Schulung erfolgreich durchgeführt

Im Rahmen der Zusammenarbeit der Notfunk-Gruppe des OV H24 mit dem Katastrophenschutz der Stadt Wolfsburg fand am Wochenende vom 3. und 4. März 2018 in den Räumen der freiwilligen Feuerwehr Fallersleben eine Schulung für Funkamateure statt.

Diese Schulung war nach der internen Funkübung des OV im April 2017 verabredet worden, um die Wolfsburger Funkamateure auf eine gemeinsame Katastrophenschutz-Übung mit der Feuerwehr und anderen BOS-Organisationen im Herbst 2018 vorzubereiten. Es nahmen 10 OMs aus dem H24 und 4 Gäste aus anderen OVs teil. Die Schulung wurde geleitet und durchgeführt von Kameraden der Berufs- und der freiwilligen Feuerwehr Wolfsburg und Fallersleben, die dafür im Rahmen ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit auch noch einen großen Teil ihres Wochenendes opferten.

Die Schultungsteilnehmer mit den Ausbildern Jürgen und Martin der freiwilligen Feuerwehr vor dem „ELW“

Wir wurden zunächst in die Aufgaben des Katastrophenschutzes, die verschiedenen KatS-Organisationen und rechtliche Grundlagen eingeführt. Etwas genauer wurde dann die Organisation der Feuerwehren in Wolfsburg vorgestellt.

Mögliche Einsatzschwerpunkte der Funkamateure wären im Katastrophenfall z.B. der Katastrophenschutz-Stab im Rathaus, die Hauptfeuerwache, das Klinikum sowie die Feuerwehrhäuser in den Ortsteilen. Diese stellen nach dem „Leuchtturm-Prinzip“ im Katastrophenfall die Anlaufstellen für die Bevölkerung dar.

Unsere Ausbilder der freiwilligen Feuerwehr: Jürgen und Martin.

Recht genau wurde uns das Tetra-Funknetz der BOS-Organisationen erklärt, das vom GSM-Mobilfunknetz abgeleitet wurde. Als Vorbereitung auf Funkübungen mit den Tetra-Funkgeräten lernten die Teilnehmer ein bei den BOS-Diensten weit verbreitetes digitales Handfunkgerät kennen, dessen Bedienung für uns nach kurzer Zeit kein Problem darstellte. Die Sprechweise der professionellen BOS-Funker war dagegen schon eine Herausforderung. So sind Höflichkeitsfloskeln wie „danke“ und „bitte“ grundsätzlich wegzulassen und die Anredeform ist das „Sie“. Man meldet sich immer mit dem eigenen Rufnamen und dem der Gegenstelle.

von li. nach re.: Gode DB5YY, Hans DK1WB, Rainer DK7RK, am Fotoapparat Alexander DK5ER, aufgenommen in Godes „Funkmobil“

Apropos Rufnamen: Das, was wir Funkamateure unter persönlichen Rufnamen kennen, ist bei der Feuerwehr das Fahrzeug, welches eine bestimmte Funktion hat. So wird nicht eine einzelne Person, sondern ein Fahrzeug, eine Funktion gerufen. Teamwork pur.

In einer Funkgruppe im digitalen Netz gibt es Einzel-, Sammel- und Mehrfachrufe. Man übergibt an die Gegenstation mit „Kommen“ und beendet ein Funkgespräch mit „Verstanden“ und/oder „Verstanden, Ende“. Buchstabiert wird bevorzugt mit dem deutschen Buchstabier-Alphabet (Anton, Berta, Cäsar, …).

Zur Auflockerung wurde eine Gruppenübung durchgeführt, bei der die plausible Erklärung technischer Zusammenhänge geübt wurde. Zu diesem Zweck musste einer anderen Gruppe über Funk die „Bauvorschrift“ einer einfachen Figur aus Duplo-Steinen schrittweise erklärt werden.

Wir bemerkten schnell, dass die eindeutige Erklärung schwieriger als zunächst gedacht ist, denn die Ergebnisse dieser Übung entsprachen nicht immer der Bauvorschrift.

Schließlich fand die Funkübung statt. Vorher wurden allerdings die Teilnehmer auf zukünftige Vertraulichkeit verpflichtet, damit sichergestellt ist, dass vertrauliche Informationen im Einsatzfall bei Katastrophen auch vertraulich bleiben.

Einige sehr interessierte Schulungsteilnehmer mit sehr vielen Fragen 🙂 von li. nach re. Christian DL1OD, Olaf DO5OK, im Hintergrund Reinhard, DL3AAV, Rainer DK7RK, Alexander DK5ER, Jonas DO1KEE, Gode DB5YY

Die Funkübung wurde dann mit einem verteilten Drehbuch ähnlich unserer April-Übung von 10 Stationen durchgeführt. Wir lernten, dass insbesondere Orts- und Straßennamen im Zweifelsfall buchstabiert werden sollten, um Verwechselungen mit ähnlichen Namen auszuschließen.

Die Schulung wurde ergänzt durch einen Besuch bei der Einsatzleitzentrale der Berufsfeuerwehr Wolfsburg in der Dieselstraße. Bei der Berufsfeuerwehr erhielten wir auch einen Eindruck von der gerade laufenden Atemschutzausbildung angehender Feuerwehrleute.

Unser Ausbilder Jürgen erklärt uns die Technik im Einsatzleitwagen.

Alle Teilnehmer zeigten sich am Ende positiv überrascht und zufrieden mit den beiden Schulungstagen und bedankten sich bei den Ausbildern, die übrigens an dem gerade laufenden VHS-Lizenzkurs von DL1OD teilnehmen und sich gerade auf die Prüfung zur E-Lizenz vorbereiten.

Wir sind sehr beeindruckt von der Professionalität und der hohen Motivation der Feuerwehr-Kameraden. Bestimmt überlegt sich der eine oder andere Teilnehmer der Schulung, ob er nicht selbst bei einer freiwilligen Feuerwehr mitmachen möchte.

3 Gedanken zu „Katastrophenschutz-Schulung erfolgreich durchgeführt“

  1. Funkanlagen und -einrichtungen sind bei uns Funkamateuren Zweck; bei unseren BOS-Kollegen sind sie Mittel zum Zweck. Das gegenseitige Kennenlernen und die erworbenen Kenntnisse des vergangenen Wochenendes sind für uns ein wichtiger Baustein zum weiteren ausloten und zum entwickeln möglicher Unterstützungsszenarien. Ich fands klasse, freue mich, dabei gewesen zu sein und bin gespannt auf die weitere Zusammenarbeit.

    Herzlichen Dank an Hans für diesen schönen Artikel!

  2. Ergänzend hinzugefügt: Es nahmen 14 Funkamateure teil, 12 von der NFEG Wolfsburg (NotFunkEinsatzGruppe Wolfsburg), die aus organisierten und nicht organisierten Funkamateuren rund um Wolfsburg besteht und 2 Gästen.

    Die NFEG Wolfsburg wurde gegründet, um den Katastrophenschutz in Wolfsburg zu unterstützen. Bei der letzten Notfunkübung http://darc-h24.de/?p=1518 wurde klar, dass diese Aufgabe von einem Ortsverband alleine nicht zu schaffen ist. Mehr als die Hälfte der Stationen wurde von Teilnehmern außerhalb des OV H24 besetzt.

    Eine parallele sehe ich auch bei den Feuerwehren: Wenn es brennt, kommen andere dazu und löschen mit. Das kann nur gemeinsam klappen.

  3. Mich würde einmal interessieren wieso man OMs in die Bedienung der Sepura HRTs eingewiesen hat. Im Text steht ja dass dies als Vorbereitung auf die Funkübungen geschieht…
    Eine Teilnahme von Nicht-BOS-Mitgliedern (hier Funkamateure im DARC oder teilweise sich nicht) am BOS-Funkdienst sehe ich als kritisch, auch wenn dort eine Verpflichtungserklärung (hoffentlich schriftlich ) erfolgte.
    Das ersetzt natürlich trotzdem keinen mehrere Tage dauernden BOS-Sprechfunklehrgang inklusive der zusätzlichen Ausbildungen…

    Generell bin ich auch dafür , dass Funkamateure mit ihren Geräten auf ihren Frequenzen die BOS unterstützen.
    Günstiges Fernmeldepersonal aus dem Pool der Funkamateure sehe ich eher kritisch…

    73 Carsten

    Funkamateur und BOS-Mitglied

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