Herbstübung der H24-Notfunkgruppe

Die Corona-Pandemie hat wie so vieles andere auch die Arbeit der H-24 Notfunkgruppe behindert und verzögert. Präsenzveranstaltungen waren im Sommer 2020 nicht möglich und mussten durch Online-Treffen ersetzt werden. Aber mit Beginn des Herbstes konnten wir uns endlich wieder physisch treffen und über den Fortgang unserer Arbeiten und gemeinsame Aktivitäten sprechen.


Bei einem Ausbildungstreffen im Seminarraum des Gerätehauses der freiwilligen Feuerwehr Hehlingen lernten wir das bei den BOS-Diensten verwendete UTM-Koordinatensystem kennen, mit dessen Hilfe Zielpunkte auf Landkarten im Maßstab 1:50.000 über 6-stellige Zahlen mit einer Genauigkeit von etwa 100 m übermittelt werden können. Das UTM-System sollte bei der diesjährigen Herbstübung der Notfunkgruppe praktisch eingeübt werden. Dazu wurden Teams aus je zwei OMs gebildet, die jeweils eine PKW-Besatzung bildeten. Eine Leitstation sollte die PKWs über Funk mit den jeweiligen Koordinaten versorgen und den geregelten Ablauf der Übung sicherstellen.

Am Sonntag den 10.10. trafen wir uns um 10:00 Uhr bei kühler herbstlicher Witterung auf dem Real-Parkplatz in Nordsteimke. Martin (DK1MJ) nahm die Einweisung vor und verteilte die Übungsunterlagen und Karten an die Teams. Als Hilfestellung erhielten wir die Information, dass alle Zielpunkte etwas mit Funk zu tun hätten. An den Zielen sollten jeweils für alle Gruppen markierte Schilder ausgelegt werden, die von den Teams eingesammelt werden mussten. Im Abstand von 5 Minuten meldeten sich die Teams dann bei der Leitstation DF4U an, um die Koordinaten ihres ersten Zielpunktes zu erfragen. Das Rufzeichen DF4U wird eigentlich für Conteste verwendet. Da DL0VW aber für den gleichzeitig ausgestrahlten Rundspruch besetzt war, kam DF4U zum Einsatz.
Der Autor fuhr zusammen mit Axel (DF6ON) in Team B und wir fanden unser erstes Ziel auf dem Messtischblatt als Antennensymbol in der Nähe der Landstraße von Barnstorf nach Heiligendorf. Es entpuppte sich als VOR-Drehfunkfeuer und die Markierungsschilder für die Teams hingen gut sichtbar am Zaun.

VOR-Drehfunkfeuer Heiligendorf
Unser nächses Ziel wurde nach dem Einsammeln unseres Schildes mit der Markierung B1 vom DF4U-Operator Florian erfragt und befand sich in Detmerode in der Nähe des Kleeblatts an der Braunschweiger Straße. Ortskenntnis ist natürlich hilfreich, denn der neue Standort unseres FM-Relais DB0VW befindet sich genau dort, so dass wir das Ziel direkt ansteuern konnten.  Danach ging es auf einen etwas längeren Törn nach Barwedel zum dortigen ehemaligen Horchposten der Bundeswehr, in dem jetzt die Hamnet-Infrastruktur des OV untergebracht ist. Dort trafen wir auf die OMs vom Team A, die kurz zuvor dort eingetroffen waren.

Funkturm Barwedel

Als nächstes Ziel wurde der Fernmeldeturm am Klieversberg auf der Karte gefunden und kurz darauf standen wir auch dort schon am Zaun und fanden unser Schild B4.

Fernmeldeturm Klieversberg
Die Markierungsschilder warten noch auf die Teams A, B und C

Die Zielkoordinaten für das letzte Ziel sollten nicht über Funk sondern über das IP-Telefon von DF4U erfragt werden, denn die Leitstation war nicht nur analog über Funk sondern auch digital über das Hamnet QRV, wobei der Hamnet-Zugang über den Barwedeler Turm erfolgte. Der Weg vom öffentlichen Mobiltelefonnetz über unsere Telefonvermittlung im Hamnet zur Leitstation war zwar etwas verschlungen aber in den Übungsunterlagen gut erklärt. Wir hörten dann telefonisch, dass das letzte Ziel sich am Wasserhochbehälter in Nordsteimke befinden würde, also ganz in der Nähe unseres Fielddayplatzes. Auch hier zahlte sich die Ortskenntnis aus, denn ein Team hatte Schwierigkeiten, die Zufahrt dorthin zu finden. Übrigens gab es zwei weitere Ziele, die unser Team nicht anfahren musste. Das war zum einen der Wasserturm in Fallersleben und zum anderen die bekannte und weit sichtbare Funkantenne von DL4AAW in Almke. Ein Grund, dass mehr Ziele als Teams vorbereitet worden waren, bestand darin, möglichst zu vermeiden, dass sich mehrere Teams an einzelnen Zielorten trafen. Bei der Vorbereitung war aber sichergestellt worden, dass die Fahrtstrecke aller Teams etwa gleich lang war.

Florian (DO1MRV) als umsichtiger Operator der Leitstarion DF4U
Das letzte Ziel war zugleich der Standort der Leitstation DF4U. Neben dem Operator Florian (DO1MRV) erwarteten uns Martin (DK1MJ) und Jörn Uwe (DL6GU), die in den Morgenstunden dort einen der Notfunkkoffer mitsamt dem Antennenmast für UKW- und Hamnet-Antenne aufgebaut und auch die Markerungsschilder an den Zielen ausgehängt hatten.

Die Leitstation DF4U am Wasserhochbehälter in Nordsteimke
Das Log der Leitstation DF4U vom Team A mit DK3OL und DK6FW (Zeiten in UTC)
Die Übungsteilnehmer in vorschriftsmäßigem Corona-Abstand (v.l.): DL9PA, DK6FW, DK1WB, DL6GU (knieend), DL3AAV, DK3OL, DO1UE, DO1MRV, DK1MJ, DG7CWF, DF6ON

Das letzte Team erreichte die Leitstation  gegen 12 Uhr fast zeitgleich mit der XYL von Martin, die uns freundlicherweise einen Imbiss in Form von Sandwiches und heißem Tee brachte. Der heiße Tee was insbesondere für die Crew der Leitstation wegen des an dem exponierten Standort wehenden frischen kühlen Windes hoch willkommen.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Übung von Martin und seiner XYL sehr sorgfältig und professionell vorbereitet worden ist. Wie man hört, dauerte das Schreiben, Drucken, Laminieren und Eintüten bis in die frühen Morgenstunden des Übungstages. Herzlichen Dank für diese Arbeit!

Bei allen Teilnehmern hat die Übung das Gefühl der Gruppenzugehörigkeit gestärkt und es war sehr gut, einen der Notfunkkoffer einmal im praktischen Übungsbetrieb zu erleben. Allen an der Vorbereitung und Durchführung Beteiligten gilt der Dank der H24-Notfunkgruppe. Wir freuen uns schon auf die nächste Übung.

 

4 Gedanken zu „Herbstübung der H24-Notfunkgruppe“

  1. Hans, mit Deinem excelenten Bericht hast du den Nagel auf den Kopf getroffen! Aus den Einzelgesprächen konnte man entnehmen, dass die Vorbereiter dieser Übung sehr viel Wissen und Arbeit eingebracht haben und viel Lob und Anerkennung von allen erhielten. Diese Übung war eine Bereicherung für unsere Clubleben. Denn die zwischenmenschlichen Gespräche waren angenehm und von guter Laune getragen. Das liegt auch daran, dass die „Technik-Wissenden“ wie Martin, Uwe, Christian und andere immer gut auf Fragen der nicht so “Wissenden”, ohne den Eindruck der Überheblichkeit zu hinterlassen, eingegangen sind!
    Und Martins Frau hat uns nach dem Abschluss der Übung unser „ Gute Laune Gesicht“ mit der Servierung von handgemachten Sandwiches und selbstgekochtem Tee in ein zubeißendes Gesicht verwandelt!
    Vielen Dank an alle!
    DF6ON
    Axel
    Ps: als mein Beifahrer warst du für mich ein großartiger Kartenleser mit klaren Anweisungen an den FAHRER! Das hat Spaß gemacht…

  2. So ein teurer „Koffer“… was man mit dem Geld hätte alles „richtiges“ anstellen können….. Ausbildung von Jugendlichen (keine Greise), Gemeinschaftsabende mit NICHT-Darc e.V. Mitglieder – zu der sich mehr als die Hälfte aller Deutschen OMs zählen – Geräte für Clubstation, CW-Kurse – nur rausgeschmissenes Geld. Bennent mal einen einzigen „Einsatz“ der NOTFUNKER in den letzten 5 Jahren zusammen mit BOS?! Richtig! Gibt keinen! 0,0
    Mit diesem ganzen Notfunkquatsch wird man den Afu in DL auch nicht retten!
    Bunki

    1. Guten Abend Burkhard,

      schade, dass du dich nicht mit unserem Projekt auseinandergesetzt hast, bevor du diesen Artikel kommentiert hast.

      Das hier gezeigte Equipment ist vollständig durch die Stadt Wolfsburg finanziert. Die Notfunkgruppe des H24 stattet im Auftrage der Stadt auch die Führungsstellen und Teile der kritischen Infrastruktur mit ortsfesten Funkstellen aus und bindet diese per Richtfunk an das Hamnet an.

      Hierzu wurde zuvor der DARC e.V. OV H24 vom Oberbürgermeister der Stadt gem. niedersächsischem Katastrophenschutzgesetz mit dem Aufbau einer Notfunkgruppe beauftragt. Diese ist in den Katastrophenschutzzug der Stadt Wolfsburg integriert und gehört damit selbst zu den BOS.

      Wir setzen uns aus 18 OM & YL aller Altersschichten und Berufe zusammen, diese Kombination ergibt ein unschlagbares Team, das auch die Gemeinschaft im Ortsverband nachhaltig stärkt. Stadt und Funkamateure sind stolz darauf, mit diesem Projekt eine für beide Seiten gewinnbringende Kooperation geschlossen zu haben.

      Du bist herzlich eingeladen dich hier weiter zu informieren:

      https://darc-h24.de/wp-content/uploads/2019/11/2019_11_05_Vortrag_NF_H24_AKNZ.pdf

      Bei Fragen darfst du dich auch gern unter dk1mj@darc.de direkt an mich wenden, wir freuen uns immer über interessierte Anfragen.

      Viele Grüße
      Martin, DK1MJ
      Notfunkreferent des OV H24

  3. Lieber OM Burkhardt,

    Danke für Deinen Leserbrief.
    Da Du Dich offenbar nicht über die Notfunkaktivität im OV H24 informiert hast, möchte ich Dir erklären, was Notfunk für uns bedeutet..

    Unser Notfunk-Konzept ist anders als das der meisten anderen Notfunkgruppen im DARC.
    Unser OV wurde vom Oberbürgermeister beauftragt, eine Notfunkgruppe aufzubauen und unsere Notfunkgruppe ist eine eigenständige Regieeinheit im Kat-Schutz der Stadt Wolfsburg. Damit genießen unsere Notfunker Versicherungsschutz und bekommen ihren Verdienstausfall bei Einsätzen bezahlt.
    Wir haben die BOS-Verantwortlichen unserer Stadt gefragt, wie wir ihnen sinnvoll helfen können und unser Konzept entsprechend aufgebaut.
    In unseren Reihen sind ehrenamtliche BOS- Mitglieder und der Leiter unserer Notfunk-Gruppe ist stellvertretender Stadtbrandmeister.

    Unser Konzept basiert darauf, dass wir BOS im Kat-Fall unsere Hamnet-Infrastruktur zur Verfügung stellen, damit BOS über eine vom Telefonnetz und Internet unabhängige Kommunikationsplattform verfügt.
    Die Stadt hat das Material für 4 Notfunkkoffer finanziert, die wir in unserer Freizeit betriebsfertig gemacht haben. Drei davon sind bzw. werden fest installiert, nämlich in der KatS-Zentrale, bei der Berufsfeuerwehr und in der Notaufnahme des städt. Klinikums. Dort stehen IP-Telefone und Faxgeräte, die über unsere IP- Telefonvermittlung im Hamnet miteinander kommunizieren. Unsere Hamnet-Insel kann auch bei Stromausfall längere Zeit weiterlaufen. Im Kat-Fall kann BOS diese Plattform selbständig bedienen. Die Funkamateure helfen im Störungsfall und bauen falls erforderlich Rückfallebenen auf.

    Durch unsere enge Verzahnung mit den freiwilligen Feuerwehren profitieren wir auch in der Jugendarbeit, denn unser Nachwuchs kommt zum Teil aus diesem Bereich.

    Ich gebe zu, dass wir unser Notfunk-Konzept bisher nicht überregional bekannt gemacht haben. Wir schreiben aber gerade an einem Aufsatz für die CQ-DL, um das Konzept in die Breite zu tragen..

    73,
    Hans, DK1WB

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