Besuch bei der „AREB“ in Dresden

Die AREB „Amateurfunk-, Rundfunk- und Elektronikbörse Dresden“ lockt seit 2003 jährlich rund 1000 Gäste nach Dresden. Den Schwerpunkt der Ausstellung bilden alte Rundfunkgeräte. Es werden aber auch Amateurfunkequipment und -komponenten von Händlern aus Deutschland und anderen europäischen Ländern angeboten. Veranstaltungsort ist der Festsaal auf dem Campusgelände der TU-Dresden.

Besonders schöne Ausstellungsstücke, ansprechend aufgebaut und zum Verkauf angeboten.

300 Km Anfahrt sind recht lang für eine Eintages-Veranstaltung – trotzdem hatten sich drei wolfsburger OMs auf den Weg hierher gemacht.

Für die AREB wird relativ wenig Werbung gemacht. Es gibt kaum Informationen im Internet und selbst im TU-Campus kein einziges Plakat, kein einziger Hinweis. Auf dem Fußweg von meinem Hotel zur Veranstaltung fallen mir jedoch sofort die mächtigen Antennen von DL0TUD auf, die aus Contesten gut bekannte Clubstation der TU-Dresden.

Auf dem Weg durch den Campus der TU-Dresden entdeckt: Die Antennen der Clubstation DL0TUD.
Fast wie ein konspiratives Treffen – keine Werbung für die AREB-Veranstaltung.

Mehr Werbung hätte diese Veranstaltung durchaus verdient. Es gibt zwei große Ausstellungsräume, je einer für überwiegend komplette Geräte und ein weiterer, in dem hauptsächlich Bauteile und modernere Elektronik angeboten werden. Die Räume sind gut gefüllt, und unter vielen OMs gibt es auch ein paar jüngere Teilnehmer.

Der größere der beiden Ausstellungsräume war hauptsächlich Geräten vorbehalten.
Im kleineren Ausstellungsraum gab es vorwiegend Bauteile.

Im Gegensatz zu anderen Afu-Flohmärkten fällt auf, das hier sehr viel mehr Sorgfalt auf die Präsentation von Geräten und Bauteilen gelegt wird. Vieles ist sehr liebevoll und ansprechend aufgebaut und lädt zum stehenbleiben ein. Ich fachsimple an einem Stand über die verschiedenen Generationen der Rundfunkröhren, Allstromröhren, Röhren mit Rimlock- und mit Noval-Sockel etc. An einem anderen Stand habe ich ein längeres Gespräch mit einem OM, der eine Sammlung von Selen-Gleichrichtern ausstellt bzw. zum Verkauf anbietet. Wir fangen beide an, mittels „Geruchsprobe“ zu prüfen, ob die Teile denn noch einsatzfähig sind.

(Anmerkung für die jüngeren OMs: Ganz am Anfang der Gleichrichtung von Wechselstrom standen Röhrengleichrichter. Später, und noch lange Zeit, bevor es erste Germanium- oder Siliziumdioden gab, war Selen der Stoff, aus dem Netzgleichrichter hergestellt wurden. Defekte Selengleichrichter waren im Zuge der Reparatur von Geräten immer schnell zu lokalisieren – am markanten Geruch nach faulen Eiern)!

Liebevoll gesammelt, aufbewahrt und hier zum Verkauf angeboten: Rundfunkempfänger-Röhren der zweiten Generation.
Bevor es Halbleiter-Dioden gab – defekte Selen-Gleichrichter machten sich zuverlässig durch den Geruch fauler Eier bemerkbar.

Die 300 Km Anfahrt sind schon eine kleine Hürde aber der Besuch der AREB läßt sich gut mit einem Kurzurlaub kombinieren. Die Stadt Dresden mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten ist allein schon eine Reise wert. Nur 30 Autominuten weiter südlich befindet sich eines der schönsten Wandergebiete Deutschlands, die Sächsische Schweiz. Gleich dahinter beginnt in Tschechien die Böhmische Schweiz. Hier hatte ich noch einen zusätzlichen Tag eingeplant und bei schönstem Herbstsonnenschein eine größere Rundwanderung zum Prebischtor, entlang des Gabrielensteigs und zurück durch die Edmundsklamm unternommen.

Zwei von drei wolfsburger OMs, die auf der AREB zu Treffen waren, Jürgen – DF3OL und Christian – DL1OD.
Das Prebischtor im Nationalpark Böhmische Schweiz ist das größte natürliche Sandsteintor Europas.

73 de

Christian, DL1OD

(Fotos: DL1OD)

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