Erfolgreiche Teilnahme von DL0VW/p am IARU-CW-Fieldday im Juni 2018

Wie bereits in den vergangenen Jahren hat, der OV-Wolfsburg auch an diesem ersten Juni-Wochenende wieder am Telegrafie-Fieldday der IARU-Region 1 teilgenommen. Und wie immer im Telegrafie-Contest in der QRP-Teilnehmerklasse, bei der die Sendeleistung des Funkgerätes maximal 5 Watt betragen darf.

Standort für diesen Wettbewerb, der übrigens mindestens 100 m vom nächsten Gebäude entfernt sein muß, war unser bewährter Platz am Wasserhochbehälter in Wolfsburg-Nordsteimke.

Idyllisch gelegen: Fielddayplatz von DL0VW/p in Wolfsburg-Nordsteimke

An der Durchführung waren, neben dem bewährten Team aus H24-Mitgliedern, auch ein OM aus Gifhorn sowie erfreulicherweise auch einige unserer Newcomer beteiligt:

– Christian, DL1OD, Aufbau, Abbau, OP
– Hans, DK1WB, Aufbau, OP
– Jürgen, DF3OL, Aufbau, OP
– Lutz, DL1RNN, Aufbau, OP, Abbau
– Rainer, DL9OE, Aufbau, OP
– Detlef, DJ3AK, Aufbau, Abbau, Antennenchef
– Peter, DL4PR, Aufbau, Abbau
– Martin, DO2MJ, Aufbau, Abbau
– Jürgen, DO1OL, Abbau

Die erforderliche Anmeldung zum Wettbewerb hatte DL1RNN bereits Anfang Mai erledigt, und die Genehmigung vom Eigentümer des Grundstücks war auch rechtzeitig da.

Die Wettervorhersage war im Vorfeld immer mal wieder anders: Sonne pur und Hitze, mal etwas Regen, mal Gewitter. Es hat zum Glück über das ganze Wochenende keine Gewitter gegeben. Am Samstag hat es ab und zu mal etwas genieselt und es war bewölkt. Es war o. k., zumal wir nicht mit starker Hitze zu kämpfen hatten. Am Sonntag Morgen hat es erneut kurz geregnet ansonsten gab es Sonnenschein und ca. 26 C. Also, wie fast immer, echtes Glück gehabt denn nichts ist schlimmer, als nach Ende der Veranstaltung ein nasses Funkzelt abbauen zu müssen.

Wir sind da – es kann losgehen!

Wir lernen ja bei jedem Contest immer noch etwas hinzu: Diesmal haben Christian und Lutz am Montag vor dem Contest im Clubheim im Wasserturm alle Fielddaymaterialien geprüft, sortiert und bereitgestellt. Alex – DK5ER, hatte bereits am Freitag für uns seinen PKW-Anhänger dort abgestellt. Ohne Anhänger geht es mittlerweile nicht mehr, denn unser Antennenaufwand ist im Laufe der Jahre beachtlich geworden. Am Samstag früh um 9:00 Uhr haben Christian, Hans und Martin dann alles eingeladen, und pünklich um 10:30 Uhr konnte mit dem Aufbau in Nordsteimke begonnen werden.

Der Aufbau vor Ort begann wie immer mit dem Stationszelt. Danach ging es an den Spiderbeam. Im August 2017 hatten Lutz und Jürgen den Spiderbeam mechanisch weiter optimiert und alle Enden zur Befestigung mit Haken und Expanderseilen erweitert. Das hat sich wirklich gelohnt. Der Aufbau war diesmal in weniger als 45 Minuten erledigt – ein neuer Rekord! Den Prototyp eines 40 m-Rotary-Dipol haben wir anschließend auch wieder in den Spiderbeam eingesetzt.

Aufbau des Spiderbeams: Mittelrohr mit Tragspinne, Ausleger, Antennenelemente, alles wird nacheinander zusammengesetzt.
Die Antennendrähte werden an den Enden von DO2MJ, DL1RNN und DL4PR gut verzurrt ….
…. und sind dank d i e s e r zeitsparenden Konstruktion in Nullkommanix montiert.
Der Aufbau des 15 m-Alumast wird vorbereitet ….
…. die beiden Abspannungs-Ebenen werden montiert ….
…. und hier nahen auch schon Lutz und Martin mit dem Spiderbeam ….
…. der mit dem Alumast „verheiratet“ wird.
DL1OD hat übrigens auch mit aufgebaut, war diesmal jedoch der einzige Fotograf im Team. Deshalb sieht man ihn auch nicht auf den Bildern, auf denen die Anderen arbeiten. 😉
Dank an Peter – DG5ACX, der uns sicherheitshalber noch eine weitere Rolle mit mehreren 100 m kräftigem Abspannseil beschafft hatte – wir haben nun alles restlos aufgebraucht und verbaut!

Nach dem Aufbau haben wir zunächst Resonanzmessungen durchgeführt. auf 20 m lag der Resonanzpunkt erheblich daneben. Hans ist dann aufgefallen, dass die Stichleitung für das gespeiste Element verdreht war, wodurch 15 m- und 20 m-Dipol fehlerhaft, d. h. gegenphasig gespeist wurden. Schnell korrigiert und siehe da, schon hat es gepasst. Durch ausklappen überstehender Leitungsenden an den gespeisten Antennenelementen konnten wir die Resonanzfrequenzen auf allen Bändern 20 m – 15 m – 10 m zu tieferen Frequenzen hin verschieben. Sie lagen dann fast optimal in der Mitte der Telegrafie-Bandabschnitte. Unsere Newcomer waren überrascht zu sehen, was doch so 7 cm Länge – insbesondere auf den oberen Bändern – ausmachen!

Newcomer Martin – DO2MJ, interessiert sich für die Details beim Abstimmen des Spiderbeams.

Neben dem Spiderbeam haben wir unsere bewährte Standard-Funktechnik eingesetzt:

– Elecraft K2 mit Zubehör
– 40 m Triple-Leg
– 2* 32 m Dipol (Inverted-V), Einspeisung ca. 18 m, Enden ca. 7 m hoch
– 20 m Triple-Leg
– 10 m Triple-Leg
– Spiderbeam mit 40 m Rotary-Dipol

Es waren somit sechs Antennen aufzubauen, auf 40 – 10 m haben wir jeweils drei Antennen zur Auswahl gehabt: Beam, Triple-Leg und Dipol. Für 40 m hatten wir sogar zwei Dipole, einen fest ausgerichtet und einen drehbar, im Spiderbeam montiert. Auf 80 m und 160 m gab es „nur“ eine Antenne, einen 2 * 32 m Dipol. Mehr geht nicht.

Beim Aufbau des Mastes für den Spiderbeam kam es diesmal zu einer kritischen Situation. Durch Unachtsamkeit und aufgrund der verblassten Markierungen haben wir beim Hochschieben ein Mastelement zu weit herausgezogen. Selbst mit vereinten Kräften ist es uns nur knapp gelungen, den sofort vom Wind erfaßten Spiderbeam vor dem Abstürzen zu bewahren. – Ein erster Verbesserungspunkt auf der „Todo-Liste“ für den nächsten Contest.

Die beiden Triple-Leg-Antennen für 20 m und 10 m wurden erst nach Contestbeginn aufgebaut. Das ging jedoch sehr schnell, beide waren innerhalb von 30 Minuten betriebsbereit und spielten auf Anhieb.

Zur Stromversorgung standen diesmal 2 * 35 Ah-Akkus und 2 * 70 Ah-Akkus bereit. Wir mußten feststellen, das nicht alle Akkus mehr ihre volle Kapazität hatten. Die Akkus für Funkgerät und Rechner mußten öfter umgesteckt werden. Ein „Energie-Gau“ konnte schließlich noch mithilfe zweier Reserve-Akkus mit jeweils 5,5 Ah verhindert werden. Auch hier müssen wir im nächsten Jahr optimieren.

Um 17:00 Uhr MESZ hat dann Christian (wie fast immer) losgelegt. Wir haben uns anfangs auf die oberen Bänder konzentriert. Es wurden viele Verbindungen, insbesondere auch auf 15 m und auch 10 m gefahren. Auch auf 40 m konnten in den ersten vier Stunden schon etliche Verbindungen gefahren werden. Ins 80 m-Band wurde immer mal wieder reingehört, aber da ging um diese Zeit noch nix. Um 21 Uhr MESZ hat Lutz übernommen und 40 m bearbeitet. In zwei Stunden waren fast 100 QSOs geschafft. Um 23 Uhr hat den Jürgen übernommen und 80 m und 160 m bearbeitet. Leider waren diesmal keine echten DX Highlights dabei.

Christian – DL1OD und Rainer – DL9OE bei der ersten „Funk-Schicht“.
Wichtige Tätigkeit hat der „Antennen-Rotor“. Er muß schnell auf die „Ansage“ aus dem Funkzelt reagieren. Hier übernimmt gerade Detlef – DJ3AK diese Aufgabe.

Hans hat dann auf 80 m um 05:00 Uhr MESZ übernommen und dort gefunkt, wo es das beste Angebot gab. Durch die DX-Cluster-Informationen haben wir immer einen guten Überblick gehabt, wo es was zu arbeiten gibt und wo eventuell ein Band aufgeht.

Die Triple-Legs haben sich erneut bewährt. Man kann mit diesen Rundstrahlantennen gut über das Band drehen und versuchen die Stationen zu arbeiten. Wenn die Signalstärke nicht reicht, wird der Beam bemüht. Wie immer wurde er von Hand gedreht. Aber wir haben uns doch ab und zu mal einen Rotor gewünscht!

Das verwendete 12 V-Netzteil für das Contest-Notebook von Lutz hat leider merkliche Empfangsstörungen verursacht. Ein weiteres Netzteil hatte nicht den passenden Stecker. Ein drittes Netzteil lag bereit und war schnell angeschlossen: Ups, auf einmal kam Rauch aus dem K2 – schnell wieder abgezogen. Leider war nun das serielle Interface im K2 defekt. Schnell wurde Ersatz beschafft. DL1OD wohnt um Glück gleich um die Ecke, und in weniger als 30 Minuten waren wir wieder QRV!

Ab Sonntag Vormittag haben sich Christian und Lutz dann beim Funkbetrieb immer mal wieder abgewechselt.

Um 15 Uhr MESZ, zwei Stunden vor Contest-Ende, haben wir dann bereits mit dem Abbau begonnen. Zunächst den Dipol für 160 m und 80 m und anschließend auch die ganzen Triple-Legs. Es standen ja noch genügend Antennen für die um diese Zeit zu arbeitenden Bänder von 40 m bis 10 m zur Verfügung.

Am Ende sind es 677 QSOs, 180 Multis und ca. 395.000 Punkte geworden. Wir können, wie immer, mit dem Ergebniss zufrieden sein. Erhebliche Zeitvorteile brachte uns der Einsatz eines K1EL-Winkey, sodaß der Gebeaufwand mit dem Morsekeyer auf ein Minimum reduziert wurde.

Gefreut haben wir uns über eine Reihe von Besuchern: Kalle – DK6AL, hat uns am Samstagabend und Sonntagvormittag besucht, auch Axel – DF6ON, und Wolfgang – DL8AR, mit Enkelin und Christian – DO7NPN, haben den Weg zu uns gefunden.

In wenigen Wochen werden die Ergebnisse vorliegen. Wir hoffen, es wieder auf einen der vorderen Plätze geschafft zu haben. Über die Auswertung und unsere Platzierung werden wir hier noch berichten.

Kalle – DK6AL, besucht uns am Sonntagmorgen und darf auch gleich mit Frühstücken.
Nach dem Fieldday ist vor dem Fieldday: Am ersten September-Wochenende findet der SSB-Teil des Fieldday-Wettbewerbes statt. Zur Schonung unserer Stimmbänder und zum Testen des Notstrom-Aggregats von DL0VW wollen wir diesmal in der 100 Watt-Klasse starten. Damit kommen wir sicher auch den – hoffentlich – zu uns stoßenden Contest-Newcomern entgegen.

Die beiden Fieldday-Conteste im Juni (CW) und im September (SSB) sind seit vielen Jahren fester Bestandteil in unserem Clubleben.

Sie sind ein Gruppenerlebnis, bei dem sich jeder Teilnehmer mit seinen persönlichen technischen Kenntnissen und oftmals auch darüber hinausgehenden Fähigkeiten einbringt. Die gemeinsamen Planungen und Vorbereitungen beginnen meist schon Wochen vor dem eigentlichen Wettbewerb. Bei allem Ehrgeiz stehen Spaß und gemeinsames Erlebnis im Vordergrund. Und längst nicht alle Teilnehmer nehmen am aktiven Funkbetrieb teil; es gibt so viele weitere Aufgaben, für deren Erledigung helfende Köpfe und Hände erforderlich sind.

Das Fieldday-Team des Ortsverbandes Wolfsburg ist offen für alle Interessenten, die sich gerne aktiv einbringen möchten.

Bitte meldet Euch möglichst frühzeitig vom dem SSB-Fieldday am 1./2. September 2018 bei Lutz – DL1RNN, damit ihr von Anfang an in die Planungen eingebunden seid.

Wir freuen uns auf Eure Verstärkung!

73 de

Lutz – DL1RNN
Christian – DL1OD

Zusammenfassung unserere derzeitigen Fieldday-Ausrüstung, Station und Technik:

Elecraft K2, 5 Watt
DF4SA-Spider-Beam auf 15 m Aluschiebemast
40 m Dipol im Spiderbeam
40 m Triple-Leg
20 m Triple-Leg
10 m Triple-Leg (neu)
2 * 32 m Dipol mit Hühnerleiter, Einspeisepunkt ca. 17 m hoch, Anpassung mit Hamware-Tuner
Dell-Laptop
K1EL-Winkey
2 * 32 Ah Notfunk-Akkus
2 * 80 Ah Auto-Batterien
2x 5,5 Ah Lion-Batterien
12 V LED-Lampe
Elecraft HexKey

Wer aufhört bessert zu werden, hört auf gut zu sein – hier unsere Verbesserungspotentiale:

Ende-Markierungen an den Aluschiebemast-Elementen verbessern.

Eine ausreichend große Rolle beschaffen, die alle Abspannseile (des Spiderbeams) aufnehmen kann.

Alle Abspannseile mit Karabinern versehen.

Ein Hilfsmittel basteln, um die 120 Grad für die Abspannungen des Aluschiebemastes exakt zu bestimmen.

Eine weitere Abspann-Ebene für die beiden VDL-Fibermasten einbauen.

Zusätzliche Abspannsseile vermessen, ablängen und gebrauchsfertig anfertigen.

Für Antennenumschalter und PowerPole-Verteiler eine Grundplatte anfertigen, die auf dem Stationstisch montierbar/fixierbar ist.

Der Antennenumschalter muß um 180 Grad gedreht und in Bediennähe des Operators sein!

Reihenfolge der Antennen auf der Skizze an der Zeltwand muß mit der Reihenfolge auf dem Antennenumschalter übereinstimmen.

Verbrauchsmessungen einer kompletten Station inklusive Laptop etc.

Ermitteln, messtechnische Bestimmung der Kapazitäten der 12 Volt-Akkus.

Hellere LED 12V Lampe zur Stationsbeleuchtung.

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